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Für den Scheidungsantrag benötigen Sie einen Rechtsanwalt.

Kann man sich in Deutschland ohne Anwalt scheiden lassen?

Die Antwort lautet wie so oft, es kommt darauf an. Es kommt nämlich darauf an, ob Sie einen eigenen Scheidungsantrag bei Gericht stellen oder nur Ihre Zustimmung zum Scheidungsantrag ihres Ehepartners erklären. Das heißt konkret folgendes: Ihr Scheidungsantrag muss beim dafür zuständigen Gericht zunächst schriftlich eingereicht werden. In der dann später stattfindenden mündlichen Verhandlung über die Scheidung muss der Antrag noch einmal zu Protokoll gestellt werden. Das darf nur ein in Deutschland zugelassener Rechtsanwalt für Sie tun. Dafür müssen Sie einen Rechtsanwalt an Ihrer Seite haben. Da ist das Gesetz vollkommen eindeutig. Wenn Sie selbst dem Gericht schreiben, dass Sie geschieden werden wollen, wird das dort nicht bearbeitet. Sie würden aber sicher einen Hinweis auf die Vorschrift zur Vertretung durch einen Scheidungsanwalt erhalten. Weshalb ist das so? Nun, die Scheidung ist die rechtliche Beendigung ihrer Ehe. Dafür müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Für den Scheidungsantrag müssen dem Gericht bestimmte Informationen auf vorgeschriebenen Formularen mitgeteilt werden. Ihr Scheidungsanwalt kennt das vorgeschriebene Verfahren, die benötigten Formulare und weiß, was in diesem Zusammenhang alles zu klären ist. Er hilft Ihnen beim Ausfüllen der Formulare und reicht die Unterlagen beim zuständigen Gericht für Sie ein. Das Gesetz bestimmt also, dass der Scheidungsantrag ohne Rechtsanwalt nicht gestellt werden kann. Das Gesetz bestimmt aber nicht, dass sich bei der Scheidung jeder Ehegatte von einem Anwalt vertreten lassen muss. Wenn der andere Ehegatten mit zum Scheidungstermin kommt und der Scheidung nur noch zu stimmt, brauch er keinen eigenen Anwalt. Das setzt aber voraus, dass zwischen Ihnen auch wirklich alles geklärt ist, bevor Sie geschieden werden. Generell ist der wirtschaftlich schwächere Ehegatte nach der Scheidung wesentlich schlechter gestellt, wenn dann noch Streit über ungeklärte Fragen entsteht. Eines sollten Sie immer beachten! Ein Anwalt darf immer nur für einen einzigen Mandanten tätig werden. Es ist ihm bei Strafe verboten, beide Eheleute außerhalb und vor Gericht zu vertreten. Kommt es zu Meinungsverschiedenheiten oder gar Streitigkeiten, sollte jeder Ehepartner einen eigenen Rechtsanwalt beauftragen.

Ist eine Scheidung ohne Anwalt überhaupt sinnvoll?

Ein Scheidungsanwalt arbeitet für Ihre Interessen! Einen Scheidungsanwalt zu beauftragen kann nicht nur dabei helfen, das Sie sich besser fühlen. Ein Anwalt an Ihrer Seite, kann auch positiven Einfluss auf Ihre finanzielle Situation nach der Scheidung haben. Seine Rechte nicht zu kennen kann erheblichen Schaden verursachen. Wenn Sie eine Scheidungsfolgenvereinbarung mit Ihrem Ehepartner abschließen ohne den Entwurf je mit einem Anwalt besprochen zu haben, ziehen Sie ohne es zu wissen möglicherweise deutlich den Kürzeren. Selbstverständlich sollte der Anwalt ihrer Wahl in seinem Fachgebiet sicher sein und sich sehr gut auskennen. Gerade wenn Sie sich mit Ihrem Ehepartner noch gut verstehen oder ihm sogar noch vertrauen, sollten Sie nicht leichtsinnig sein. Sie könnten hier auf Rechte verzichten von denen Sie nichts ahnen. Genau so schlimm wäre es, wenn sich der andere Ehepartner von einem Scheidungsanwalt beraten lässt ohne dass Sie davon etwas wissen. Dann gelten für beide nicht die selben Spielregeln. Anders ausgedrückt, sollten Sie nicht ohne nachzudenken, Ihrem Ehepartner gute Absichten unterstellen nur weil er oder sie sagt, dass die Scheidungsfolgenvereinbarung fair und ausgewogen ist. Sie sollten seine oder ihre Vorschläge selbst genau prüfen. Dabei sollten Sie alle Informationen in Ihre Entscheidung einbeziehen, die Sie dazu benötigen. Sie finden auf diesen Seite dazu eine Menge an juristischen Informationen. Dennoch sollten Sie sich mindestens einmal von einem Scheidungsanwalt beraten lassen. Das gilt ganz besonders für die von einem Notar im Auftrag eine Ehepartners vorbereitete Scheidungsfolgenvereinbarung. Denn der Notar kann nicht gleichzeitig zwei Herren dienen und beide Ehepartner gleichberechtigt über ihre gegensätzlichen individuellen Rechte aufklären.

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