Weshalb Sie sich auf die Trennung gut vorbereiten sollten.

Bereiten Sie sich auf Ihre Trennung vor!

Sie denken über eine Trennung nach? Hier lesen Sie, was dabei zu beachten ist und wie Sie die Trennung vorbereiten sollten. Denn VORSICHT, bereits mit der Trennung ändert sich alles! Es beginnt nicht nur das Trennungsjahr als Voraussetzung der Scheidung. Die meisten Dinge sind bereits mit der Trennung und nicht erst mit der Scheidung zu regeln. Bereiten Sie sich gut auf Ihre Trennung vor! Ihnen könnten sonst finanzielle Nachteile drohen. Dieser Artikel kann Ihnen helfen, Fehler zu vermeiden!

Noch bevor Sie dem anderen Ehepartner mitteilen, dass Sie sich trennen, sollten Sie für sich selbst Antworten auf folgende Fragen gefunden haben (soweit sie auf Ihre Verhältnisse zutreffen):

  • Wie viel Kindesunterhalt ist zu zahlen?
  • Wer bezieht das Kindergeld?
  • Wer behält die Kinder?
  • Wann findet der Umgang mit den Kindern statt?
  • Wie üben wir das Sorgerecht aus?
  • Wie viel Trennungsunterhalt ist zu zahlen?
  • Wer bleibt in der Wohnung?
  • Was wird mit dem gemeinsamen Mietvertrag?
  • Wer bleibt im gemeinsamen Haus?
  • Was wird mit dem gemeinsamen Haus?
  • Wer zahlt gemeinsame Darlehn zurück?
  • Wie teilen wir Sparguthaben auf?
  • Wie wird der Hausrat geteilt?
  • Was wird mit gemeinsamen Giro- oder Sparkonten?
  • Was wird mit gemeinsamen Versicherungen?
  • Wer hat Zugang zu meinem Email-Konto?
  • Wie kläre ich mein Rentenkonto?
  • Welche Steuerklasse wähle ich ab wann?
  • Wie erfolgt die Veranlagung zur Einkommensteuer?
  • Wer hat wie viel Vermögen während der Ehe erworben?
  • Wer hat während der Ehe von seinen Eltern was geschenkt bekommen?
  • Wer erzielt welches Einkommen?
  • Wie wird der Zugewinnausgleich berechnet?

Diese Liste erhebt jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die zu stellenden Fragen hängen von Ihren konkreten Verhältnissen ab.

Wie bereiten Sie die Trennung vor?

  • Lernen Sie Ihre Rechte und Pflichten für die Zeit nach der Trennung kennen. Den ersten wichtigen Schritt machen Sie gerade, indem Sie diesen Artikel lesen.
  • Hören Sie nicht unbedingt auf Freunde und Verwandte, es sei denn diese Leute sind Scheidungsanwälte. Freunde und Verwandte meinen es gut mit Ihnen. Sie wollen Ihnen beistehen. Deshalb wird Ihnen erzählt, was Sie hören wollen. Freunde und Verwandte sind in Ihrer Situation sehr wichtig. Sie unterstützen Sie und geben Halt. Aber auch die eigene Scheidung oder die miterlebte Scheidung eines Freundes macht auf diesem Gebiet noch niemandem zum Rechtsexperten. Jeder Fall ist anders.
  • Verschaffen Sie sich einen ganz genauen Überblick über die finanziellen Verhältnisse in Ihrer Ehe. Tun Sie das unbedingt bevor Sie dem Ehepartner mitteilen, dass Sie sich trennen. Das ist um so wichtiger, je weniger Sie sich bisher um die Finanzen kümmerten! Wenn Sie dem Anderen die Trennung mitteilen, verringert sich immer auch dessen Bereitschaft, freiwillig Auskünfte zu Einkommen und Vermögen zu erteilen. Freiwillig werden keine Belege mehr herausgegeben. Die Unterlagen sind Ihrem Zugriff dann entzogen. Wissen ist aber Macht. Im Streitfall kommt es nur noch darauf an, was Sie tatsächlich beweisen können. Dafür benötigen Sie Belege! Je mehr Sie über die finanziellen Verhältnisse Ihrer Ehe selbst wissen, um so weniger sind Sie auf Auskünfte angewiesen. Auch die Bereitschaft, Belege vorzulegen, schwindet nach der Trennung erheblich. Ihr Anwalt kann um so schneller reagieren, je mehr Belege Sie besitzen. Sie müssen dann nicht erst bei Gericht Auskunft und Belege erstreiten. Das spart Ihnen Zeit und Geld. Besonders Belege zu Immobilien, Bankkonten, Schließfächern und Aktien im Ausland sind oft bares Geld wert. Die umfassende Kenntnis zu den Einkommens- und Vermögensverhältnissen macht dem anderen Ehepartner auch deutlich, dass Sie ein ernst zu nehmender Verhandlungspartner sind. Das steigert die Bereitschaft zu kooperativen Gesprächen und einvernehmlichen Regelungen auch ohne Gericht.

Welche Papiere benötigen Sie vor der Trennung?

Noch bevor Sie sich trennen, benötigen Sie für die Zeit danach folgende Belege mindestens in Kopie:

  • die letzten 12 Lohn- oder Gehaltsabrechnungen beider Ehepartner;
  • die letzten 3 Steuererklärungen und -bescheide;
  • bei selbständiger Tätigkeit eines oder beider Ehepartner, die letzten Gewinn- und Verlustrechnungen bzw. Bilanzen für 3 zusammenhängende Jahre;
  • Lebensversicherungsverträge, Bausparverträge, Bankkonten, Depotkonten, Grundbuchauszüge, Kaufverträge zu Immobilien, Darlehnsverträge;
  • Heiratsurkunde (im Original)
  • Geburtsurkunden beider Ehepartner
  • Geburtsurkunden aller gemeinsamen Kinder
  • Geburtsurkunden Ihrer eigenen weiteren Kinder
  • Geburtsurkunden der weiteren Kinder des Ehepartners
  • Mietvertrag
  • Aufstellung zu monatlichen Belastungen
  • letzte Mitteilung der gesetzlichen Rentenversicherung
  • Verträge zur privaten Rentenversicherung
  • Sozialversicherungsheft
  • Vermögensaufstellung
  • Aufstellung über Schulden (Darlehn, Dispo, Kredite, etc.)

Auch diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Aus diesen Belegen lässt sich ein verlässliches Bild über die finanzielle Situation Ihrer Ehe erstellen. Damit lässt sich eine solide Prognose über den Umfang Ihrer Rechte und Pflichten nach der Trennung und eventuellen Scheidung abgeben. So kann ein fundierter Vorschlag zur gütlichen Einigung der Trennungsfolgen erarbeitet werden. Im Anschluss daran verhandeln Sie auf Augenhöhe über den Abschluss einer außergerichtlichen Vereinbarung. Trennung und Scheidung müssen nicht zwingend in einem Rosenkrieg enden. Scheidung ist hier auch anders möglich. Dazu tragen Sie mit einer überlegten und soliden Vorbereitung bei.

Wie gestalten Sie die Trennung rechtssicher?

  • Sie teilen Ihrem Ehepartner nachweisbar schriftlich mit: „Ich lebe ab sofort nicht mehr mit Dir zusammen. Ich habe mich von Dir getrennt.“
  • Danach gestalten Sie Ihr Leben so, dass es zukünftig ohne den anderen Ehepartner abläuft. Die Trennung im Eherecht ist die Trennung von „Tisch und Bett“.
  • Verlässt ein Ehepartner die gemeinsame Wohnung, ist das eine klare Trennung.
  • Die Ehegatten können die Wohnung aber auch unter sich räumlich aufteilen und dann getrennt nutzen. Diese Art getrennt zu leben ist schwieriger. Dabei müssen beide einen getrennten Haushalt führen. Beide müssen ein eigenes Leben führen, in dem der Andere nicht mehr vorkommt. Die Ehegatten leben den Alltag ohne den Anderen. Sie treffen sich mit Freunden ohne den Anderen. Jeder kauft für sich allein ein, wäscht seine Wäsche selbst, kocht selbst und isst allein. Mahlzeiten, die wegen der Kinder gelegentlich gemeinsam eingenommen werden, stehen der Trennung nicht entgegen. Es gibt Ehepaare die leben bereits so ihren Alltag. Das Getrenntleben unterscheidet sich jedoch darin, dass mindestens einer der Ehegatten sein Leben nicht mehr mit dem Anderen verbringen will und das dem Anderen so auch klar gesagt hat. Ob der andere Ehepartner das akzeptiert, ist nicht entscheidend.

Also, bewahren Sie einen kühlen Kopf und bereiten Sie Ihre Trennung gut vor.

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