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Der Unterhalt im Wechselmodell.

Inhaltsübersicht

1. Die Festlegung des Unterhalts im Wechselmodell
2. Der Betreuungsunterhalt im Wechselmodell
3. Der Kindesunterhalt im Wechselmodell
4. Der Bezug von Kindergeld im Wechselmodell
5. Die Aufteilung von anfallenden Kosten im Wechselmodell
6. Gründe für die Abänderung des Unterhalts im Wechselmodell

1. Die Festlegung des Unterhalts im Wechselmodell

In einer Wechselmodellvereinbarung muss keine Unterhaltsregelung getroffen werden, eine solche ist jedoch möglich. Sie können hier Festlegungen treffen zu

  • Unterhaltsleistungen
  • Bezug des Kindergeldes
  • Aufteilung und Übernahme der Kosten für das Kind

Diese Festlegungen können auch hinsichtlich der Dauer getroffen werden. Ferner können Sie Gründe in die Vereinbarung aufnehmen, unter welchen Umständen die Vereinbarung zum Unterhalt abgeändert werden soll.

2. Der Betreuungsunterhalt im Wechselmodell

Betreuungsunterhalt beinhaltet Unterhaltsansprüche der Eltern untereinander. Wenn Sie beide erwerbstätig und die Betreuungszeiten gleich aufgeteilt sind, liegt ein Verzicht auf wechselseitigen Unterhalt nahe. Erst recht, wenn beide etwa ein gleich hohes Einkommen erzielen.

Sollte jedoch das Einkommen große Unterschiede aufweisen, kann eine bestimmte Summe, auch ggf. befristet, zur Unterstützung des anderen Elternteils vereinbart werden.

3. Der Kindesunterhalt im Wechselmodell

Nach der herrschenden Rechtsprechung wird von beiden Eltern Unterhalt geschuldet und zwar im Verhältnis zu ihrem Einkommen.

Statt einer Unterhaltsleistung kann auch ein Ausgleich durch Kostenübernahme für anfallende Kosten des Kindes erfolgen.

Die Berechnung zum Kindesunterhalt im Wechselmodell ist komplizierter, da beide Einkommen herangezogen werden müssen. Oft erscheint es daher für Eltern einfacher, einen wechselseitigen Unterhaltsverzicht zu erklären. Aber hier ist Vorsicht geboten. Eltern können auf Kindesunterhalt für die Zukunft nicht rechtswirksam verzichten, § 1614 Abs. 1 BGB. Die Freistellung gilt daher nur zwischen den Eltern. Unberührt bleibt der Unterhaltsanspruch des Kindes. Wenn der Unterhaltsanspruch aber nicht gerichtlich geltend gemacht wird, können Eltern frei entscheiden, was ihnen gerecht erscheint.

4. Der Bezug von Kindergeld im Wechselmodell

Das staatliche Kindergeld kann nur von einem Elternteil bezogen werden. Gegenüber der Familienkasse muss ein Elternteil bestimmt werden, der das Kindergeld bezieht. Das Kindergeld steht jedoch im Wechselmodell aus rechtlichen Gesichtspunkten beiden Eltern zu. Sie haben hier verschiedene Möglichkeiten, dieses zu verteilen:

  • der Kindergeldanspruch wird hälftig geteilt
  • der Elternteil, der weniger verdient, erhält das Kindergeld
  • der Elternteil, der die anfallenden Kosten wie z. B. Kita/Hortgebühren, Mittagsessen, Schulbus bezahlt, erhält das Kindergeld 
  • es wird ein Kinderkonto angelegt, auf das das Kindergeld eingezahlt wird

5. Die Aufteilung von anfallenden Kosten im Wechselmodell

Um sich einen Überblick über die anfallenden Kosten zu machen, ist es sinnvoll im Vorfeld eine Übersicht zu erstellen. Die anfallenden Kosten teilen sich auf in

  • Grundkosten
  • regelmäßige Kosten
  • unregelmäßige Kosten

Grundkosten sind regelmäßig in gleicher Höhe anfallende Kosten wie die Wohnkosten. Die Wohnkosten trägt jeder Elternteil für sich in seiner eigenen Wohnung. Zu den Grundkosten gehören ebenfalls Gebühren für Kinderbetreuung und die dortige Verpflegung. Ferner zählen Monatskarten für den öffentlichen Nahverkehr sowie Krankenversicherungskosten für privat krankenversicherte Kinder in diesen Bereich.

Zu den regelmäßigen Kosten, auch Alltagskosten genannt, gehören die regelmäßig anfallenden Ausgaben wie Kleidung, Essen, Trinken, die nicht fest beziffert werden können. Diese Kosten sollte jeder Elternteil in der Betreuungszeit allein tragen. Für andere regelmäßige Positionen wie Vereinsbeiträge, Musikschule oder dergleichen sollte dann eine Aufteilungsregelung getroffen werden.

Zu den unregelmäßigen Kosten gehören z. B. Klassenfahrten, Familienfeiern wie Taufe, Konfirmation oder Jugendweihe, Kindergeburtstage, kiefernorthopädische Zahnbehandlungen, Sport- oder Musikausrüstungen usw.
Für diese Kosten ist eine Vereinbarung dringend ratsam. Es ist auch möglich, für diese Zusatzausgaben ein Konto einzurichten.

Wenn Sie diesen Überblick über die Kosten erstellt haben, sollten Sie versuchen, die Übernahme der Kosten gerecht zu verteilen. Zweck ist es, sich eine Übersicht zu erstellen, um besser regeln zu können, wer welche Kosten zu welchem Anteil übernimmt.

6. Gründe für die Abänderung des Unterhalts im Wechselmodell

Da solche Kosten sich regelmäßig verändern, ist eine zeitliche Befristung sinnvoll. Vereinbaren Sie Gültigkeitsfristen und Gründe, für die eine Abänderung bereits vor Ablauf der Fristen in Betracht kommen kann.

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