Die Kosten des Umgangs können den Kindesunterhalt reduzieren.

Wie die Umgangskosten bei Berechnung des Kindesunterhalts berücksichtigt werden können.

Das minderjährige Kind hat das Recht zum Umgang mit jedem Elternteil unabhängig davon, ob die Eltern die elterliche Sorge gemeinsam ausüben oder ob einem von ihnen das Sorgerecht allein übertragen ist. Dementsprechend hat das Bundesverfassungsgericht gefordert, dass auch das Unterhaltsrecht dem Unterhaltspflichtigen nicht die Möglichkeit nehmen dürfe, sein Umgangsrecht zur Erhaltung der Eltern-Kind-Beziehung unter Berücksichtigung des Kindeswohls auszuüben. Die notwendigen Kosten des Umgangsrechts mindern stets die Leistungsfähigkeit,  da die Ausübung des Umgangsrechts verfassungsrechtlich geschützt ist. Notwendig sind in jedem Fall Fahrtkosten zum Wohnort des Kindes. Es kann auch ein Verpflegungsmehraufwand zu berücksichtigen sein. Diese notwendigen Umgangskosten sind zunächst über den hälftigen Anteil des Unterhaltsverpflichteten am Kindergeld zu decken. Das Kindergeld soll die Eltern finanziell entlasten. Der Elternteil, bei dem das Kind lebt, erhält in der Regel das volle Kindergeld, derzeit 192 € bis zum 3. Kind. Der andere Elternteil, bei dem das Kind nicht lebt, erhält indirekt die Hälfte, also monatlich 96,00 €, des Kindergeldes. Denn er oder sie muss den Tabellenunterhalt um das halbe Kindergeld gekürzt bezahlen. Deshalb muss dieser Elternteil den Kindergeldanteil für die Kosten des Umgangs mit dem Kind verwenden. Reicht das halbe Kindergeld dafür nicht aus, z.B. bei darüber liegenden Fahrtkosten, ist das Nettoeinkommen des Unterhaltsverpflichteten entsprechend zu kürzen. Maßgeblich ist aber stets, dass die Kosten für die Ausübung des Umgangsrechts tatsächlich anfallen und im Einzelfall auch erforderlich sind.

Wie die Umgangskosten bei Ermittlung des Hartz IV - Satzes berücksichtigt werden können.

Die Bedarfssätze der Sozialhilfe und der Leistungen nach dem SGB II sind im Regelfall auch wegen der erhöhten Umgangskosten anzupassen. Eine Erhöhung des Regelsatzes kommt zum Beispiel in Betracht, wenn einem Elternteil durch die Ausübung des Umgangsrechts mit dem beim anderen Elternteil lebenden Kind beachtliche Kosten entstehen. Die notwendigen Mittel zur Ausübung des Umgangsrechts umfassen insbesondere Kosten zur Abholung der Kinder, soweit dies erforderlich ist. Sogar die Lebenshaltungskosten der Kinder während des Aufenthaltes beim unterhaltsberechtigten Elternteil können bei Bedürftigkeit ersetzt werden, weil die Kinder in diesen Fällen mit beiden Elternteilen eine zumindest zeitweise Bedarfsgemeinschaft bilden können.

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