Muster Auskunft Vermögen

 

Muster Aufforderung Auskunft und Belege zum Vermögen

Das ist das Muster für ein Aufforderungsschreiben an den anderen Ehegatten nach Zustellung des Scheidungsantrages. Darin wird zur Erteilung der Auskunft über das Vermögen bei Heirat (Anfangsvermögen), bei Trennung (Trennungsvermögen) und bei Scheidung (Endvermögen) aufgefordert. Die Auskunft des anderen Ehegatten ist Grundlage für die Berechnung des Zugewinnausgleichs.

Absender Vorname Name
Straße Hausnummer
PLZ Ort

Datum
Per Einwurfeinschreiben
Anrede Vorname Name
Straße Hausnummer
PLZ Ort

wegen Zugewinnausgleich

Sehr geehrter Herr … oder Sehr geehrte Frau …

ich fordere Sie hiermit auf, bis spätestens

lückenlose und richtige Auskunft

  • über Ihr gesamtes Endvermögen am Tag der Zustellung des Scheidungsantrags, das war der …;
  • über Ihr gesamtes Vermögen am Tag der Trennung, das war der …,
  • und über Ihr gesamtes Anfangsvermögen am Tag der standesamtlichen Heirat, das war der …

zu erteilen. Sie haben dabei alle aktiven und passiven Vermögenspositionen anzugeben. Die Auskunft zu jeder Vermögensposition ist sorgfältig einzeln zu belegen. Die Rechtsprechung stellt insoweit zu Recht strenge Anforderungen. Die Auskunft ist in Form eines detaillierten, geordneten und systematischen Verzeichnisses aller aktiven und passiven Vermögenspositionen zu erteilen, mit genauer Bezeichnung, z.B. auch von Kontonummern und anderen Daten. Es wird auch eine Vollständigkeitserklärung erwartet. Die Auskunft muss genau zu den genannten Stichtagen erteilt werden, ausgenommen Kapitallebensversicherungen, bei denen aus technischen Gründen eine Bewertung zum nachfolgenden Monatsersten genügt. Sie haben das Vermögensverzeichnis eigenhändig zu unterzeichnen. Zum Vermögen zählen alle geldwerten Gegenstände im weitesten Sinn, insbesondere je im Inland und Ausland (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

  • Bargeld
  • Bankgirokonten, Sparkonten, Festgeldkonten, sonstige Konten, alle Wertpapiere und Aktien, auch in Depots
  • Sparbriefe, Obligationen, Schuldverschreibungen usw.
  • Genossenschaftsanteile, Beteiligungen/Unterbeteiligungen aller Art
  • eine freiberufliche Praxis oder ein Anteil daran
  • ein Gewerbebetrieb oder Gesellschaftsanteil daran, auch stille Gesellschaft
  • Anteile an inländischen und ausländischen Kapitalgesellschaften
  • Anteile an nicht auseinander gesetzten Erbengemeinschaften
  • Pflichtteilsansprüche/Erbersatzansprüche
  • Eigentum oder Miteigentum an Immobilien aller Art, also bebaute und unbebaute Grundstücke, Erbbaurechte, Eigentumswohnungen, sonstige dingliche oder schuldrechtliche Nutzungsrechte und Wohnrechte
  • Anteile an Immobilienfonds und dergleichen
  • Investmentanteile/Fonds aller Art
  • Private und sonstige Darlehensforderungen, ob fällig oder nicht
  • Steuererstattungsansprüche in allen Steuerarten
  • Schadenersatzforderungen, Ausgleichsforderungen, sonstige Forderungen
  • Gewinnbezugsrechte im weitesten Sinne
  • Patentrechte, Urheberrechte und Entsprechendes
  • Edelmetalle (z.B. Gold/Platin), Edelsteine, Kunstgegenstände, Sammlungsgegenstände usw.
  • Fahrzeuge, auch Motorräder, Wohnwagen, Anhänger usw.
  • Wirtschaftlicher Wert von Kapitallebensversicherungen; zur Orientierung mögen ggf. zunächst die genauen Vertragsdaten und der Rückkaufwert mit gesondertem Ausweis der Dividenden, Überschussbeteiligungen und dergleichen mitgeteilt und belegt werden
  • Anwartschaftsrechte aller Art, auch an Immobilien
  • in der Trennungszeit erworbene Haushaltsgegenstände (die ggf. zum Endvermögen zählen).

Diese Auflistung ist nicht vollständig und soll als Gedächtnisstütze dienen, sie gibt allerdings einen Rahmen für die an die Auskunft zu stellenden Sorgfaltsmaßstäbe vor. Vermögensgegenstände sind nach Anzahl, Art und allen wesentlichen wertbildenden Faktoren anzugeben, z.B.

  • Arztpraxis: Anteil an der Praxis, Wert der Praxiseinrichtung, Umsatz, Anzahl der Krankenscheine und der Privatpatienten
  • Forderungen: Höhe und Name des Schuldners
  • Geräte und Maschinen: Fabrikat, Herstellungsjahr, Erscheinungsbild und Erhaltungszustand
  • Grundstück: Art, Größe, Lage, Bebauung
  • Landwirtschaft: Betriebsfläche, Gebäude nach Lage und Größe, Nutzungsart und Bonität, Anzahl der Arbeitskräfte, Viehbestand, Maschinenbestand
  • Unternehmen: Vorlage der Bilanzen, Gewinn- und Verlustrechnungen, Steuererklärungen, Abschreibungslisten und Steuerbescheiden jeweils für die letzten drei zurückliegenden Jahre und soweit für das letzte Jahr noch nicht möglich, eine vorläufige Gewinnermittlung
  • Verbindlichkeiten: Name des Gläubigers, Zweck des Kredits, aktuelle Höhe.

Ich müssten den Auskunftsanspruch gerichtlich weiterverfolgen, sollten Sie nicht fristgemäß vollständig Auskunft erteilt haben.

Mit freundlichen Grüßen
Unterschrift

nächster Schritt

Call Now Button